Mikrowelle reinigen: Dampf statt Schrubben
Eingetrocknete Soßenspritzer lassen sich nicht wegwischen, sondern nur aufweichen. Genau das kann die Mikrowelle selbst – mit Wasser und ein paar Minuten Laufzeit. Diese Seite zeigt die Reihenfolge, die funktioniert, und was der Innenbeschichtung schadet.
📌 Das Wichtigste in Kürze
- Dampftrick: Wasser mit Zitrone oder Essig einige Minuten erhitzen, kurz stehen lassen, auswischen.
- Immer vom Netz trennen, bevor Sie mit feuchten Tüchern in den Garraum gehen.
- Keine Scheuermittel, keine Stahlwolle – sie beschädigen die Innenbeschichtung.
- Drehteller und Rollenring herausnehmen und getrennt spülen.
- Gegen Gerüche hilft dieselbe Dampfmethode, danach Tür offen stehen lassen.
Der Dampftrick: die Mikrowelle reinigt sich selbst
Fettspritzer und angetrocknete Soße lösen sich nicht durch Kraft, sondern durch Feuchtigkeit und Wärme. Der Wasserdampf im geschlossenen Garraum erledigt beides.
- Mikrowellengeeignete Schüssel mit etwa 250 Millilitern Wasser füllen. Einen Schuss Essig oder den Saft einer halben Zitrone dazugeben – beides bindet Gerüche und unterstützt das Lösen von Fett.
- Bei voller Leistung erhitzen, bis es sichtbar dampft: je nach Wattzahl etwa drei bis fünf Minuten. Ein Holzstäbchen oder Löffel in der Schüssel verhindert den Siedeverzug.
- Fünf Minuten geschlossen stehen lassen. Das ist der Schritt, den die meisten überspringen – und der eigentliche Trick.
- Schüssel vorsichtig herausnehmen (sie ist heiß) und den Garraum mit einem weichen Tuch auswischen. Decke, Rückwand und Tür nicht vergessen.
- Trocken nachwischen und die Tür einige Minuten offen stehen lassen.
Wer eine Mikrowelle mit Reinigungsprogramm hat, bekommt genau diesen Ablauf per Knopfdruck – ein Gerät in unserem Vergleich bringt ein solches Programm laut Herstellerangaben mit. Nötig ist es nicht: Die Schüssel mit Wasser tut dasselbe.
Hartnäckige Stellen
Bleibt nach dem Dampfen etwas zurück, wiederholen Sie den Vorgang lieber ein zweites Mal, statt zu schrubben. Für den Rest reichen die milden Mittel:
- Spülmittel in warmem Wasser – die erste Wahl für alles Fettige.
- Natron oder Backpulver mit wenig Wasser zu einer Paste angerührt, kurz einwirken lassen, mit weichem Tuch abnehmen.
- Essigwasser gegen Kalkränder in der Schüsselzone.
- Weiche Bürste für die Lüftungsschlitze – trocken, nicht nass.
Was der Innenbeschichtung schadet
Der Garraum ist je nach Gerät emailliert, mit Keramik beschichtet, aus Edelstahl oder schlicht lackiert. Alle vier vertragen dasselbe nicht: Scheuermittel, Stahlwolle, harte Schwammseiten und Backofenspray. Ist die Beschichtung erst zerkratzt, setzt sich Fett in den Kratzern fest, und die nächste Reinigung wird schwerer.
Zwei weitere Regeln kommen dazu. Erstens: kein Wasser in die Lüftungsschlitze und nicht mit tropfenden Tüchern arbeiten – trennen Sie das Gerät vorher vom Netz. Zweitens: die Abdeckung an der Seitenwand, hinter der die Wellen in den Garraum eintreten, nur trocken abwischen und niemals abnehmen. Sie ist ein Bauteil, kein Schmutz.
Die Innenbeschichtung ist übrigens ein handfestes Kaufkriterium. In den ausgewerteten Rezensionen wird eine glatte Emaille- oder Keramikfläche wiederholt als leicht zu reinigen gelobt. Nicht jedes Datenblatt nennt das Material – wo es dasteht, steht es unter „Ausstattung im Überblick“ auf der jeweiligen Produktseite; die passende Seite finden Sie im Vergleich, eine Gesamtübersicht aller zehn Geräte führen wir dafür nicht.
Gerüche entfernen: wenn die Mikrowelle verbrannt riecht
Ein verbrannter Geruch hält sich hartnäckig, weil er in den Ablagerungen an Decke und Rückwand sitzt. Die Reihenfolge:
- Ursache entfernen: alles auswischen, Drehteller und Rollenring spülen, den Garraum trocknen.
- Dampfen mit Zitrone oder Essig wie oben – bei starkem Geruch zweimal.
- Über Nacht binden: eine offene Schale mit Natron oder Kaffeepulver in den Garraum stellen, Tür angelehnt lassen.
- Lüften: Tür mehrere Stunden offen stehen lassen. Ein geschlossener Garraum konserviert den Geruch.
Riecht es dagegen nach heißem Kunststoff oder verschmortem Kabel und kommt der Geruch aus den Lüftungsschlitzen statt aus dem Garraum, ist das kein Reinigungsthema: Gerät ausschalten, Stecker ziehen und nicht weiter betreiben.
Wie oft reinigen?
| Was | Wie oft | Womit |
|---|---|---|
| Spritzer nach dem Kochen | sofort | feuchtes Tuch |
| Garraum komplett | alle ein bis zwei Wochen | Dampftrick |
| Drehteller und Rollenring | wöchentlich | Spülwasser |
| Tür und Dichtungsbereich | wöchentlich | Spülwasser, weiches Tuch |
| Gehäuse und Lüftungsschlitze | monatlich | trockenes Tuch, weiche Bürste |
Ein Deckel oder ein Stück Küchenpapier über dem Teller spart den meisten dieser Arbeitsgänge. Es ist der einzige Rat auf dieser Seite, der Zeit statt Mühe spart.
Fazit
Regelmäßig kurz auswischen schlägt gelegentlich gründlich schrubben – und der Dampftrick macht aus dem gründlichen Schrubben ein Auswischen. Welches Geschirr Sie dafür in den Garraum stellen können, klärt der Geschirr-Ratgeber; worauf Sie beim Kauf hinsichtlich Beschichtung achten sollten, steht in der Kaufberatung.