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Mikrowelle kaufen: Garraum, Wattzahl und Stromverbrauch im Blick

Welche Mikrowelle kaufen? Die Antwort hängt an denselben drei Stellen wie jede Kaufentscheidung – Garraum, Leistung und Bauart – und an einer Gewohnheit: was Sie tatsächlich damit machen. Diese Kaufberatung geht Garraum und Leistung im Detail durch, dazu Ausstattung und Stromverbrauch; welche Bauart zu Ihnen passt, klärt der Ratgeber zu Solo, Grill und Kombi.

✍️ Redaktion Mikrowellen Ratgeber ⏱ 7 Min Lesezeit
Mikrowelle mit geöffneter Tür und Drehteller in einer hellen Küche

📌 Das Wichtigste in Kürze

  • Garraum: 20 Liter für ein bis zwei Personen, 23 bis 25 Liter ab drei Personen oder größerem Geschirr.
  • Leistung: 700 bis 800 Watt reichen zum Aufwärmen; mehr Watt verkürzt vor allem die Zeit.
  • Bauart: Solo zum Aufwärmen, Grill zum Überbacken, Kombi mit Heißluft als Backofen-Ersatz für kleine Mengen.
  • Stellfläche: vor dem Kauf messen – Breite, Höhe und Tiefe des Geräts plus Lüftungsabstand.
  • Stromverbrauch: im Alltag eine kleine Position, weil die Laufzeit kurz ist. Die Rechnung steht weiter unten.

Wie viele Liter Garraum brauchen Sie?

Die Literangabe beschreibt das Volumen des Garraums, nicht die nutzbare Fläche. Praktisch entscheidend ist deshalb der Drehtellerdurchmesser: Er begrenzt, welcher Teller und welche Form überhaupt hineingehen und sich noch drehen können. Nicht jeder Hersteller nennt ihn – bei fünf der zehn Geräte in unserem Vergleich steht keine Zahl im Datenblatt. Fehlt sie, hilft nur Nachmessen des eigenen Tellers und, wenn möglich, ein Blick ins Herstellerdatenblatt.

Für einen Single-Haushalt oder ein Paar sind 20 Liter der übliche Zuschnitt. Ein flacher Essteller passt, eine Auflaufform von 26 cm nicht mehr. Wer regelmäßig für drei oder mehr Personen aufwärmt, größere Schüsseln benutzt oder eine Kombi-Mikrowelle als kleinen Backofen einsetzen will, ist mit 23 bis 25 Litern besser bedient. Ab 25 Litern baut das Gehäuse häufig größer – wie viel, entscheidet aber mehr die Bauart als die Literzahl: Eine Kombi-Mikrowelle braucht bei gleichem Garraum im Schnitt mehr Platz als ein Solo-Gerät.

GarraumPasst fürTypische Gehäusebreite
bis 20 l1–2 Personen, Teller und Tassen, Bürokücherund 44 cm
20–25 l2–4 Personen, größere Teller, flache Formenrund 48 cm
über 25 lgrößere Haushalte, Auflaufformen, Kombi-Betriebrund 50 cm und mehr

Die Breitenangaben sind Größenordnungen aus den Datenblättern der zehn verglichenen Geräte und folgen eher der Bauart als der Literzahl allein. Die genauen Maße jedes Modells stehen auf seiner Produktseite; wie Sie richtig messen, steht im Ratgeber zur kleinen Küche.

Wie viel Watt sollte eine Mikrowelle haben?

Die Wattzahl auf der Verpackung ist die Mikrowellenleistung – also die Leistung, die im Garraum ankommt. Sie sagt, wie schnell erwärmt wird, nicht wie viel Strom das Gerät aus der Steckdose zieht. Die Anschlussleistung liegt darüber und steht im Datenblatt an anderer Stelle.

Zum Aufwärmen von Resten, Getränken und Fertiggerichten genügen 700 bis 800 Watt. Der Unterschied zu 900 oder 1.000 Watt zeigt sich bei größeren Portionen und beim Auftauen: Dort spart die höhere Leistung Minuten. Wichtig ist die Zahl der Leistungsstufen – mit nur zwei Stufen lässt sich Schokolade nicht schmelzen, ohne dass sie am Rand anbrennt. Eine Ausnahme sind Geräte mit Inverter: Sie regeln die Leistung stufenlos statt in festen Sprüngen und gleichen wenige Leistungsstufen dadurch teilweise aus.

Nicht verwechseln lassen sollten Sie sich von Grill- und Heißluftangaben. Ein Gerät mit „1.000 Watt Grill“ hat deswegen keine 1.000 Watt Mikrowellenleistung; beide Werte stehen im Datenblatt nebeneinander und meinen verschiedene Heizquellen.

Inverter-Mikrowelle: was bringt die Technik?

Konventionelle Mikrowellen regeln die Leistung durch Takten: Das Magnetron läuft mit voller Leistung und schaltet sich zwischendurch ab. Bei 50 Prozent bedeutet das abwechselnd volle Leistung und Pause. Ein Inverter regelt stattdessen stufenlos und gibt dauerhaft die eingestellte Leistung ab.

Im Alltag merken Sie das beim Auftauen und bei empfindlichen Speisen: Der Rand wird seltener heiß, während die Mitte noch kalt ist. Laut den Herstellerangaben der Geräte in unserem Vergleich arbeiten drei Modelle mit dieser Technik. Ein Ausschlusskriterium ist ein fehlender Inverter nicht – ein Zwischenschritt beim Aufwärmen und einmal Umrühren erreicht viel davon.

Ausstattung: was den Preis bewegt

  • Automatikprogramme wählen Zeit und Leistung nach Gewicht oder Gericht. In mehreren ausgewerteten Rezensionen werden sie ausdrücklich als zuverlässig und alltagstauglich beschrieben; laut einer Rezension stellt ein Käufer dennoch dauerhaft nur Zeit und Stufe von Hand ein.
  • Auftaufunktion nach Gewicht oder Zeit gehört heute zur Grundausstattung und ist die Funktion mit dem größten Alltagsnutzen.
  • Innenbeschichtung: Emaille und Keramik lassen sich leichter auswischen als lackiertes Blech und vertragen mehr. Auf die Beschichtung achten heißt, sich Reinigungsarbeit zu sparen.
  • Bedienung: Drehregler sind robust und selbsterklärend, Sensortasten mit Display bieten mehr Programme. Beides funktioniert – aber Sensortasten reagieren mit fettigen Fingern schlechter.
  • Kindersicherung sperrt das Bedienfeld. In Haushalten mit kleinen Kindern ein Argument, sonst nicht.
  • Innenbeleuchtung wird in mehreren Rezensionen als zu schwach kritisiert; beim Signalton gehen die Meinungen auseinander – mal zu laut kritisiert, mal ausdrücklich gelobt. Beides steht nicht im Datenblatt.

Stromverbrauch: die Rechnung offen hingeschrieben

Zum Stromverbrauch kursieren große Prozentzahlen. Wir rechnen stattdessen mit den Leistungsangaben aus den Datenblättern – und schreiben die Rechnung hin, damit Sie sie mit Ihren eigenen Zahlen wiederholen können.

Ein Gerät mit 800 Watt Mikrowellenleistung, zehn Minuten am Tag benutzt: 800 Watt sind 0,8 Kilowatt, zehn Minuten sind ein Sechstel einer Stunde. Das ergibt rund 0,13 kWh am Tag und knapp 49 kWh im Jahr. Bei einem Strompreis von 35 Cent je Kilowattstunde sind das rund 17 Euro im Jahr.

Zwei Einschränkungen gehören dazu. Erstens ist die Anschlussleistung höher als die Mikrowellenleistung – die Rechnung ist also eine Untergrenze, keine Rechnung mit dem Zählerstand; wie Sie mit der tatsächlichen Aufnahmeleistung vom Typenschild rechnen, steht in der FAQ. Zweitens kommt der Standby-Verbrauch dazu, also die Leistung, die ein Gerät mit Display rund um die Uhr zieht; bei Geräten mit mechanischen Drehreglern entfällt er praktisch.

Was daraus folgt, ist unspektakulär: Der Stromverbrauch ist bei einer Mikrowelle selten das entscheidende Kaufkriterium, weil die Laufzeiten kurz sind. Ob das Aufwärmen in der Mikrowelle günstiger ist als im Backofen, hängt an Menge, Gerät und Gewohnheit – eine allgemeine Prozentzahl dazu nennen wir bewusst nicht.

Richtig auftauen: kurze Anleitung

  1. Verpackung entfernen und das Lebensmittel in mikrowellengeeignetes Geschirr umfüllen. Welches das ist, steht im Geschirr-Ratgeber.
  2. Auftaustufe wählen – nicht die volle Leistung. Sonst gart der Rand, während die Mitte gefroren bleibt.
  3. Zwischendurch wenden und, wo möglich, trennen. Das ist der wirksamste einzelne Handgriff.
  4. Ruhezeit einplanen: Nach dem Auftauen gleicht sich die Temperatur noch einige Minuten aus.
  5. Aufgetautes zügig verarbeiten und nicht wieder einfrieren.

Unsere Empfehlungen aus dem Vergleich

Die folgenden Geräte sind die drei bestbewerteten unseres Vergleichs. Alle Angaben stammen aus dem Vergleich; die ausführliche Einschätzung steht jeweils auf der Produktseite.

LG MH6535GDS Mikrowelle mit Grill (25 Liter, 1.000 Watt) Empfehlung
GRILL · 20–25 L

LG MH6535GDS Mikrowelle mit Grill (25 Liter, 1.000 Watt)

BEWERTUNG 1,3

Grill-Mikrowelle mit 25 Litern Garraum, 1.000 Watt Mikrowellen- und 900 Watt Grillleistung und Smart Inverter, der die Leistung stufenlos statt taktend regelt — laut Rezensionen gleichmäßige Erwärmung und knusprige Bräunung, bei schwergängiger Tür und schwacher Innenbeleuchtung.

COMFEE' CMO-MG202NC(BK) Mikrowelle mit Grill, 20 Liter
GRILL · BIS 20 L

COMFEE' CMO-MG202NC(BK) Mikrowelle mit Grill, 20 Liter

BEWERTUNG 1,4

Grill-Mikrowelle mit 20 Litern Garraum, 700 Watt Mikrowellen- und 1.000 Watt Grillleistung — laut Rezensionen einfach zu bedienen, mit Innenbeleuchtung, die bei offener Tür nicht ausgeht.

MEDION MD 15501 4 in 1 Mikrowelle mit Grill (25 Liter, 900 Watt, 2.500 Watt Heißluft)
KOMBI · 20–25 L

MEDION MD 15501 4 in 1 Mikrowelle mit Grill (25 Liter, 900 Watt, 2.500 Watt Heißluft)

BEWERTUNG 1,5

Kombi-Mikrowelle mit 25 Litern Garraum, 900 Watt Mikrowellen-, 1.100 Watt Grill- und 2.500 Watt Heißluftleistung — laut Rezensionen gute Heißluft- und Grillergebnisse, bei abgedunkeltem Standby-Display und niedrigem Grillrost.

Häufige Fehler beim Kauf

  • Nur auf die Wattzahl schauen. Ein Gerät mit 1.000 Watt und zwei Leistungsstufen ohne Inverter ist im Alltag unpraktischer als eines mit 800 Watt und fünf Stufen.
  • Die Außenmaße vergessen. Der Garraum sagt nichts über die Stellfläche – Kombi-Mikrowellen bauen im Schnitt deutlich größer als Solo-Geräte mit gleichem Volumen.
  • Funktionen kaufen, die nie benutzt werden. Grill und Heißluft sind die teuerste Fehlentscheidung dieser Gerätegattung, wenn nur aufgewärmt wird.
  • Den Drehtellerdurchmesser übersehen. Die Lieblingsform passt hinein oder eben nicht – vor dem Kauf nachmessen.
  • Den Türanschlag ignorieren. Öffnet die Tür zur Wand hin, steht sie beim Beladen im Weg.

Fazit

Für die meisten kleinen Haushalte ist die einfachste Antwort auch die richtige: ein Gerät mit 20 bis 25 Litern Garraum, 700 bis 1.000 Watt Mikrowellenleistung und einer Bedienung, die Sie ohne Anleitung verstehen. Grill und Heißluft lohnen sich, wenn Sie überbacken oder backen wollen – und nur dann; reicht Ihnen Aufwärmen und Auftauen, ist die Cecotec Mikrowelle Proclean 2010, 20 Liter die bestbewertete Solo-Mikrowelle im Vergleich. Welche Bauart zu Ihnen passt, klärt der Ratgeber zu Solo, Grill und Kombi; alle Geräte nebeneinander stehen im Vergleich.